Der Fall "Spencer"

Die Französische Bulldogge "Spencer" wurde halb verhungert aus einer Wohnung befreit. Neben diesem schlimmen Erlebnis kämpft der Rüde mit den leider typischen Problemen dieser Rasse.

Spencer wurde von der Polizei aus der Wohnung seines Vorbesitzers befreit, weil dieser seit mehreren Tagen nicht mehr gesehen wurde. Als die Polizei die Wohnung dann aufmachte stellte sich raus, dass er den Hund einfach zurückgelassen hatte. Spencer kam extrem abgemagert und verwahrlost zu uns uns Tierheim. Langsam erholt er sich von seinem Martyrium und freut sich auf ein richtiges Zuhause.

Der kleine Rüde ist Menschen gegenüber absolut aufgeschlossen, verspielt und verschmust. Manchmal fast ein bischen aufdringlich. Artgenossen gegenüber weiß er nicht in jeder Situation, wie Hund sich benimmt. Aus diesem Grund würden wir eine Vermittlung als Einzelhund bevorzugen. Dabei braucht er dann natürlich durchaus Hundekontakt um zu Lernen, wie es richtig geht.

"Französische Bulldogge": Eine Qualzucht

Zu SPENCERs Gesundheitszustand ist zu sagen, dass er mit erschwerter Atmung (evtl. behandlungsbedürftig), tränenden Augen/ ausgetrockneter Nase (muss gepflegt werden) sowie Fehlstellungen (evtl. später resultierende Gelenkprobleme) kämpft.

Das ist leider typisch für Tiere dieser Rasse. Diese sind vom Charakter her meist liebenswert, freundlich und immer gut gelaunt; auf der anderen Seite sind sie jedoch auch bedauernswerte Resultate einer profitorientierten Qualzucht.

Die Hunde leiden von Geburt an unter zahlreichen, zuchtbedingten körperlichen Problemen. An erster Stelle steht wohl die weit verbreitete Kurzatmigkeit aufgrund der sehr kurz gezüchteten Schnauze. Gut zu erkennen an den röchelnden Geräuschen, die fast jeder Bulli von sich gibt, wenn er verzweifelt nach Luft ringt. Die meisten Vertreter dieser Rasse haben eine verkürzte Schwanzwirbelsäule. Der vorhandene Stummelschwanz ist teilweise auch noch verkrüppelt (Knick-, Korkenzieherschwanz).

Diese Fehlbildungen treten häufig zusammen mit Missbildungen an weiteren Abschnitten der Wirbelsäule auf. Folgen dieser Verkrümmungen können Störungen in den Hinterbeinen sein, die unter Umständen bis zur Lähmung führen. Auch Harn- und Kot-Inkontinenz, vor allem mit zunehmendem Alter, sind auf diese rassebedingten Missbildungen zurückzuführen. Aufgrund der vielfältigen körperlichen Behinderungen werden Französische Bulldoggen in der Regel höchstens 12 Jahre alt. Dagegen kann ein robuster Mischling bis zu 18 Jahre alt werden.

Wer eine Französische Bulldogge halten will, muss nicht nur täglich die Nasenfalten und die äußeren Tränengänge säubern, sondern sich auch auf eventuell erforderliche, dauerhafte Medikamentengaben oder teure Operationen einstellen.

Wir wünschen uns für SPENCER Menschen, denen bewusst ist, welche Verantwortung sie übernehmen und eben auch um die etwas speziellen Bedürfnisse und Probleme dieser Rasse wissen, aber eben auch SPENCERs absolut tollen, liebenswerten Charakter sehen und schätzen. Interessenten können sich gern über das Formular im Webtierheim oder per Mail an roggendorf@aktiontier.org melden.